
Der
Name Schwabsburg übertrug sich von der Burg der im Schwabenland
beheimateten Stauferkaiser auf die vorher schon vorhandene Siedlung
in der Mark Nierstein. Im Mittelalter bildeten die Dörfer Dexheim,
Schwabsburg und Nierstein eine Gemeinde, die vom Niersteiner Rittergericht
verwaltet wurde. Die Gemeinde war dem Reich unmittelbar unterstellt.
Nach 1400 kamen diese Orte unter die Herrschaft von Kurpfalz und verloren
damit ihre Reichsfreiheit.
Auf
einer felsigen Kuppe überragt die Burgruine das Dorf Schwabsburg,
das in einer zum Rhein sich öffnenden Talsenke liegt.
Neben der evang. Filialkirche der Pfarrei Dexheim wurde die kath. St.
Pankraz-Kapelle neu erbaut. Die Katholiken zählen zur Pfarrei Nierstein.
Der
trutzige Turm der Ruine Schwabsburg hat 800 Jahre überdauert.
Er war einmal der Bergfried einer wehrhaften Anlage, die von den Kaisern
aus dem Geschlecht der Staufer errichtet worden war. Die Schwabsburg
sollte das Reichsgut am Mittelrhein festigen. Um den Turm standen noch
andere Bauten für die Besatzung. Burgkommandant war der Oppenheimer
Reichsschultheiß, dem auch die Landskrone unterstand.
Später war der Ritterschultheiß von Nierstein Befehlshaber
der Burg. Die ständige Burghut wurde von drei Rittern gestellt,
die zugleich Burgmannen in Oppenheim oder Schöffen des Niersteiner
Rittergerichtes waren. Bei der Burgwache wurden sie von einer bürgerlichen
Besatzung unterstützt, die als Torwache, Turmwächter oder
Pförtner eingesetzt war.
Lehensherren der Schwabsburg im Dienste des Kaisers waren der Rheingraf
Werner und dann Graf Eberhard von Katzenelnbogen, dem auch die Reichsburgen
in Stadecken, Odernheim und Oppenheim übertragen waren.
Als Pfand des Reiches kam die Schwabsburg im 14. Jahrhundert für
60 Jahre an den Mainzer Erzbischof. Schließlich erwarben die Kurfürsten
von der Pfalz die Burg.
Im 30jährigen Krieg wurde die Schwabsburg im Jahre 1620 durch die
Spanier unter ihrem Feldherren Spinola zerstört.
Quelle:
Abhandlung im Rahmen der Teilnahme Schwabsburgs an dem Landeswettbewerb
Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft
(1999).